Historie

 

Quellen und Unterlagen aus den Gründerjahren sind leider nicht mehr existent.

Es erscheint deshalb angemessen und lehrreich, einen Blick in die Festschrift

aus dem Jahr 1994 -die Kolonie feierte ihr 75jähriges Bestehen- zu werfen und den

damaligen Vorstand um Karl-Joachim Schneider aus berufenem Munde berichten

zu lassen.

 

Die enthaltenen Informationen decken sich mit Zahlen und Fakten, welche befreundete

Friedland-Kolonien und langjährige Mitglieder der Kolonie beisteuern konnten.

(Zitat: Christian Holschemacher, 1.Vorsitzende von 1998-2000 & 2008-2010)

 

 

Hier der Abdruck:

(geringfügig abgeändert und angepasst)

 

- einst und jetzt -                                                               

 

In der Hoffnung auf Frieden gab sich der bereits bestehende Pflanzenverein bei seiner Gründung im

Jahre 1919 den Kolonienamen "Friedland III". 1918 nach dem Ersten Weltkrieg durften die in Not

geratenen Berliner Familien den Boden des heutigen Koloniegeländes beackern. Angebaut wurde

unter anderem Roggen, Kartoffeln und Gemüse. Eigentümer des Geländes war die Britzer Dorfkirche,

die das Land an die Landpachtgenossenschaft verpachtet hatte.

 

So leicht wie heute hatten es damals die Pflanzer nach der Gründung nicht. Nach dem verlorenen

Krieg begann der Aufbau der Kolonie nur mühsam. Begonnen wurde mit der Aufteilung des Geländes

in Parzellen. Um die Wege befahrbar zu machen, mussten diese mit Bauschutt und Schlacke befestigt

werden. Als Transportmittel dienten in der damaligen Zeit nur Handwagen und Schubkarren. Das Wasser

musste mühsam in Kannen und Eimern aus der Stadt herangeschafft werden.

 

Durch Eigenleistung und finanzielle Umlagen unter den damaligen Vereinsmitgliedern wurden drei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wohnlaube aus dem Jahre 1930

Brunnen errichtet und Zaunmate-

rial zur Einzäunung des Koloniege-

ländes gekauft.

 

Mitten in der Aufbauphase kam die

Inflation. 1923 hatte sie ihren Hö-

hepunkt erreicht und machte alle zu

"Billiardären". Die Kirche berech-

nete in diesen Jahren den Pachtzins

nach dem Börsenwert des Roggen.

1924 kündigte die Kirche das

Pachtverhältnis mit der Landpacht-

genossenschaft. Daraufhin wurde in

einem Versammlungsbeschluss der

Vorstand beauftragt, einen Pacht-

vertrag mit der Britzer Dorfkirche

abzuschließen. Aus diesem Grunde

ließ sich der Verein 1925 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Neukölln eintragen.

 

Nach der Inflation kam die Arbeitslosigkeit und die Wohnungsnot. Mit Zustimmung der Kirche bauten

die ersten Kolonisten, die aus finanzieller Not ihre Wohnungen aufgeben mussten, eine Wohnlaube.

Jeder war sein eigener Architekt, Zimmermann, Maurer, Dachdecker, Ofensetzer und Gärtner. Nach-

barschaftshilfe musste nicht erst propagiert werden, sie war eine Selbstverständlichkeit. Karbid- und

Petroleumlampen ersetzten das Licht in den Lauben. Obwohl die Parzellen damals doppelt so groß

waren wie die heutigen, hatte man keinen Platz für Zierrasen und Blumen im Garten. Jede Ecke war

für den Anbau von Gemüse, Beerensträuchern und ein paar Obstbäumen verplant. Auch die Kleintier-

haltung ( Ziegen, Kaninchen und Hühner ) kam nicht zu kurz, denn schließlich wollte man auch einen

Sonntagsbraten in der Pfanne haben.

 

Trotz der allgemeinen Notlage, in der sich die Kolonisten befanden, hatte man auch angenehme Stunden

miteinander verbracht. Abwechselnd traf man sich mit den Gartennachbarn zu einem Schwätzchen und

probierte den selbstgemachten Obstwein.

 

1930 pachtete die Kolonie von der Kirche weitere fünf Morgen Land (am Breitunger Weg) für 29 Parzellen.

Somit erhöhte sich die Zahl der "Rittergüter des kleinen Mannes" von 50 auf 79 Parzellen. Um sich auch

nach außen abzusichern, trat die Kolonie im gleichen Jahr auch in den "Berliner Zentralverband der

Kleingärtner" ein.

 

1933 begann die NS-Zeit, ein Kapitel deutscher Geschichte, die gerade von Älteren unter uns keiner so

schnell vergessen wird. Auch in unserer Kolonie gab es einige Kolonisten, die ihr Mäntelchen in den

"richtigen" Wind drehten. Darunter litt vor allem das Vereinsleben, da jeder jedem aus Angst misstraute.

Der Zentralverband der Kleingärtner wurde aufgelöst und die Kolonien mussten zusehen, wie sie allein

zurecht kamen. Am Ende der 30er Jahre schloss sich "Weberseck"* mit seinen fünf Parzellen der Kolonie

an. Ausgelöst vom Traum eines "Großdeutschen Reiches" begann 1939 der Zweite Weltkrieg.

 

* "Weberseck" stand vor 1980 auf dem heutigen Materiallagerplatz des "Britzer Garten" am Breitunger Weg, Ecke Sangerhauser Weg.

 

 

In den Kriegsjahren musste das Kolonieleben weitergehen: Es wurde gesät, gepflanzt und geerntet. Die

Hauptlast der Arbeit lag vor allem auf den Frauen, die zum größten Teil die Arbeiten ihrer Männer

übernommen hatten, als diese an die Front mussten, wo auch einige von ihnen ihr Leben ließen. Als die

ersten Bomben in unmittelbarer Nähe der Kolonie einschlugen, bauten sich einige aus Angst auf ihrer

Parzelle einen Bunker. Bombeneinschläge legten elf Lauben in Schutt und Asche. Wie durch ein Wunder

gab es weder Tote noch Verletzte.

 

Nach Kriegsende 1945 kamen die Flüchtlinge, die ihre Heimat in Ost- und Westpreußen, Pommern

und Schlesien verloren hatten, nach Berlin. In der Stadt gab es für sie keine Wohnungen, da erst die

Trümmer beseitigt werden mussten, um neue Wohnungen zu bauen. Einige Flüchtlinge hatten das

Glück, dass sie bei Verwandten auf der Kolonie eine vorläufige Bleibe gefunden hatten. Um diesen

Menschen eine neue  Heimat zu geben, wurde in der Kolonie enger zusammengerückt, die Parzellen

wurden geteilt. Gegen Vorlage einer beglaubigten Bauzeichnung erhielt man von den Alliierten und

der Kirche das Dauerwohnrecht. Steine und Bauholz holt man sich mit einem Handwagen aus den

Trümmern. Frei nach dem Motto „Wer Gott vertraut und Bretter klaut, der kriegt ´ne billige Laube.“

wurde weiteres Baumaterial besorgt. In der Zwischenzeit kehrten auch die meisten Männer aus der

Kriegsgefangenschaft zurück und konnten ihre Frauen von der schweren Arbeit, die sie während der

Kriegzeit auf den Parzellen verrichteten, ablösen.

 

Es ging aufwärts mit der Wirtschaft, das war auch auf Friedland III zu merken. In den Koloniewegen

wurden Selbstgefertigte Betonplatten verlegt, damit nun jeder trockenen Fußes auch bei Regen seine

Parzelle erreichen konnte. 1949 wurde die Kolonie an das Stromnetz der BEWAG angeschlossen.

Jeder Stromabnehmer musste seinen Anteil zur Tilgung des Bankkredites in die Vereinskasse zahlen.

Darüber hinaus wurde zur Sicherheit der Dauerbewohner eine Wegbeleuchtung installiert. Die größte

gemeinschaftliche Anstrengung jedoch war der Bau des Vereinshauses, der im Jahre 1951 begonnen

wurde. Viele Arbeitsstunden nach Feierabend und handwerkliches Geschick der Kleingärtner waren

erforderlich bis zu seiner Fertigstellung. Nach harter Arbeit und manch verlorenem Schweißtropfen

wurde das Vereinhaus am 25. Juli 1952 eingeweiht. Jetzt hatten die Kolonisten endlich ihr Vereinshaus,

und man war stolz auf diese Errungenschaft. Nun brauchten die alljährlichen Koloniefeste nicht mehr

unter freiem Himmel stattfinden, und in der Vorweihnachtszeit spielten Kinder Theater für die

Erwachsenen.

Richtfest des Vereinshauses 1951

Es wurde nicht nur gefeiert im Vereinshaus,

auch die jährlichen Mitgliederversammlungen

fanden nun dort statt. Früher wurde in den

Versammlungen um die Sache heftig diskutiert

und gestritten, so kam es auch manchmal zu

handgreiflichen Auseinandersetzungen, die

jedoch nach der Versammlung beim Bier

beigelegt wurden.

 

Ein Jahr später bauten Kleingärtner eine

Toilette an das Vereinhaus an. Durch die recht

offene Bauweise war eine gute Luftzirkulation

im Innenraum gesichert. Die Inneneinrichtung

bestand aus einem Plumpsklo, einem Kleiderhaken

und einem Nagel für das Toilettenpapier. Alles

funktionierte gut und erfüllte für die damaligen Verhältnisse seinen Zweck.

 

Im November 1952 trat die Kolonie Friedland III dem „Bezirksverband Berlin Süden der Kleingärtner

e.V.“ bei. Mit ihrem Eintritt bevollmächtigte die Kolonie den Bezirksverband auch ihre rechtlichen

Interessen wahrzunehmen. Am 1. Januar 1956 gab es einen Generalpachtvertrag über zehn Jahre mit

einem Pachtzins, der sich auf 7 Pfennig pro Quadratmeter belief. Nach Ablauf verlängerte sich der

Vertrag um weitere fünf Jahre.

 

1962 hieß es Abschied nehmen von der Pumpe. Jener Ort in der Kolonie, an dem man sich beim

Wasserholen die Neuigkeiten der Kolonie erzählte. Mit Genehmigung der Wasserwerke baute sich die

Kolonie in Eigenleistung eine eigene Wasserversorgungsleitung. Dank des guten Koloniegeistes wurde

der Bau der Leitung in sechs Wochen bewältigt. Für den Anschluss an die Hauptwasserleitung der Kolonie musste jede Parzelle dennoch einen Eigenanteil bezahlen.

 

Die Frauengruppe wurde 1965 von Paula Mocek gegründet und ist auch heute noch ein fester Bestandteil

der Kolonie. Sie hat soziale Funktionen übernommen

wie z.B. Gratulation von Jubilaren, Besuche kranker

Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in

Krankenhäusern und Unterstützung des

Vorstandes bei der

Ausrichtung von

Festlichkeiten. So wurden

auch unter Regie der

Frauengruppe zahlreiche Trödelmärkte und Basare veranstaltet, deren Erlös

wohltätigen Einrichtungen

zugute kam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einweihung des Vereinshauses

Im Winter 1966/67 hieß es zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Kolonie „Land unter". Vom

Hochwasser waren die tiefer gelegenen Parzellen am Neuen Weg betroffen. Um die Gärten wieder

trocken zu legen, wurden Motorpumpen und Feuerwehrschläuche gekauft. Den höchsten

Hochwasserstand hatte die Kolonie in den Wintermonaten 1974/75. Ganz besonders hatten die älteren Dauerbewohner im Neuen Weg darunter zu leiden, deren Wohnlaube unter Wasser standen. Kleingärtner sorgten dafür, dass Schläuche zum nächsten Regenwassergully ausgelegt und das Wasser bei Tag und

Nacht abgepumpt wurde.

 

Probleme anderer Art gab es 1971, als das Koloniegelände in Bauland umgewandelt und der

Unterpachtvertrag nur noch von Jahr zu Jahr verlängert wurde. Das verunsicherte die Kleingärtner,

denn sie befürchteten die Räumung der Parzellen auf dem Koloniegelände. Die Kirche stellte 1973 die

Vergabe des Dauerwohnrechtes auf der Kolonie ein. Von den damals 69 Dauerbewohnern auf

Friedland III sind heute noch neun übrig geblieben.

 

1973 verstarb der langjährige 1. Vorsitzende Helmut Mocek, der bis zu seinem Tode eine gute

Vereinsarbeit geleistet hatte. Bis zur Neuwahl übernahm der 2. Vorsitzende Karl Barthel die Arbeit kommissarisch. Die Neuwahl des Vorstandes am 21. April 1974 war die spannendste Wahl seit dem

Bestehen der Kolonie. Im zweiten Wahlgang wurde der Gartenfreund Dieter Sohn mit einer knappen

Mehrheit zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Keine leichte Aufgabe hatte er in dieser Zeit der Verunsicherungen der Kolonien übernommen. Um die Unsicherheit der Kleingärtner zu zerstreuen,

machte Herr Sohn allen wieder Mut zum Weitermachen. Jetzt hieß es, die Kolonie auch für die Berliner

und Berlinbesucher zu öffnen und zu verschönern. So war es zum Beispiel nicht einfach für die

Laubenpieper einzusehen, die hohen Hecken auf 1,25 m herunter zuschneiden und die Autos von den

Parzellen zu entfernen. Aber schließlich siegte doch die Einsicht, denn es ging um das Überleben der

Kolonie Friedland III. Alle Kleingärtner halfen nun mit, die Kolonie zu verschönern, damit auch

Spaziergänger ihre Freude an den schönen Gärten haben konnten.

 

Das Vereinshaus wurde 1975 modernisiert.

So wurden die Toiletten, die bislang

außerhalb angebaut waren, nach innen

verlegt. Das machte eine Erweiterung des Vereinhauses notwendig. Wie sollte es auch anders sein, so wurden alle Arbeiten von Kleingärtnern selbst erledigt. Um die Koloniegemeinschaft auch nach innen zu festigen, wurden seitdem mehrere

Koloniefeste im Jahr veranstaltet. Jutta und Dieter Sohn verstanden es, die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zu motivieren und für Arbeit und Feste auf der Kolonie zu begeistern.

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die Frauengruppe und der Vergnügungsausschuss,

die dem Vorstand hilfreich zur Seite standen. Auch künstlerisch veranlagte Talente wurden unter den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern entdeckt, die mit ihren Auftritten die Koloniefeste verschönerten.

 

Nachdem sich die Kleingärtner über die Umwandlung des Koloniegeländes in Bauland beruhigt hatten,

kam für sie die nächste Hiobsbotschaft. Anfang de Jahres 1976 war in der Presse zu lesen, dass 1985 die Bundesgartenschau nach Berlin kommt und als Standort die Felder am Massiner Weg vorgesehen sind.

 

Der Senator für Bau- und

Wohnungswesen bat die Vorstände

der vier Friedländer Kolonien zu einem

Gespräch zu sich. Nun wurde es zur

Gewissheit, dass auf dem Gelände am

Massiner Weg die Bundesgartenschau

stattfinden sollte. Anschließend war

eine Nutzung als Freizeit- und

Erholungspark vorgesehen. Die im

Einzugsgebiet liegenden Kolonien

Friedland I, II, III und 33 sollten dafür

geräumt werden. Die Aussicht auf

Ersatzgelände konnte die Vorstände

nicht trösten. Zu sehr war man durch

diese Nachricht getroffen. Diese Botschaft veranlasste die Vorstände der betroffenen Kolonien sofort

eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Zum Leiter und Sprecher der Kolonien wurde Dieter Sohn gewählt.

Einig waren sich die Kleingärtner: Wir sind für Bundesgartenschau, aber ohne Gartenklau.

 

Verbissen aber fair wurde der Kampf gegen den Senatsbeschluss geführt. Der Höhepunkt war eine

friedliche Demonstration mit einem Autokorso vom Hermannplatz zur Lipschitzallee. Alle Autos der Kleingärtner waren mit Blumen geschmückt.

 

Als der damalige Senat merkte, dass er an den Friedländer Kleingärtnern nicht vorbeikommen

würde, war er zu Kompromissen in der Form

bereit, die Kolonien in die Pläne zur

Bundesgartenschau mit einzubeziehen. Nach

zähen Verhandlungen hatte man erreicht,

dass 70 % der Kolonie Friedland III bestehen

blieben. Wenn man bedenkt, dass alle Friedländer Kolonien weichen sollten, war das ein großer

Erfolg.

 

Den größten Anteil daran hatten Jutta und

Dieter Sohn, die sich durch ihre Arbeit für den

Erhalt der Kolonie aufopferten. Auch dem Bezirksverband unter dem damaligen 1. Vorsitzenden

Rudolf Poppe verdanken die Kleingärtner das Bestehen bleiben ihrer Kolonien. Nach dem Kampf

musste dafür gesorgt werden, dass 29 Parzelleninhaber, die ihre Gärten für die Bundesgartenschau

aufgeben mussten, wieder eine neue Parzelle bekamen. Ein Teil der Kleingärtner konnte durch

Parzellenteilung auf der Kolonie untergebracht werden, die anderen Gartenfreunde erhielten in den benachbarten Kolonien einen neuen Garten.

 

Eine Sanierungskommission wurde aus Vertretern des Senats, des Bezirksamtes, des Bezirksverbandes,

der Friedländer Kolonien und der Buga GmbH gebildet. Die ersten Sitzungen der Kommission waren

manchmal strapaziös. Die Positionen der verschiedenen Interessengruppen waren in einigen Punkten

scheinbar unüberbrückbar weit von einander entfernt. In vielen Gesprächen und letztendlich durch Kompromissbereitschaft auf allen Seiten näherten sich schließlich die unterschiedlichen Meinungen, und

es kam zu vertretbaren Ergebnissen für alle Beteiligten.

 

Das Vereinshaus zur Buga 1985

Als die Sanierungsarbeiten – Neuverlegung der Stromleitungen, Erneuerung der Wege und Teilerneuerung der Zäune – 1984 abgeschlossen

waren, begann für die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner die eigentliche Arbeit, um die Kolonie „Bundesgartenschaureif“ zu machen. So wurden

u.a. das Vereinshaus von innen und außen

renoviert, ein Grillplatz angelegt und die Gärten

weiter verschönt. Gartenfreund und Hobbymaler

Walter Schittke bemalte den Lagerschuppen mit Blumenmotiven und die Giebelwand des

Vereinshauses mit einem Altberliner Motiv. Dank

der finanziellen Unterstützung durch die Verwaltung

der Buge GmbH war es der Kolonie möglich, sich

zur Gartenschau ordentlich herauszuputzen.

 

Am 26. April 1985 war es dann endlich soweit. Die Bundesgartenschau wurde eröffnet, und die Kolonie erwartete die Gäste. Die Kleingärtnerinnen standen in den Startlöchern, um die Gäste im Vereinhaus zu bewirten. Zu Friedlandpreisen gab es Erbsensuppe, Würstchen, Bouletten und Getränke. Für die

musikalische Unterhaltung der Gäste

sorgten an den Wochenenden die

„WaHoDi´s“.

 

Es war ein Jahr der Begegnungen mit

Menschen aus nah und fern. So wurden Freundschaften mit Gartenfreunden aus Göttingen, Velbert (bei Düsseldorf) und

aus dem Coburger Land geschlossen. Zu

den Freunden aus Franken ist eine noch

heute bestehende Freundschaft entstanden.

Lob und Anerkennung haben sich alle

diejenigen verdient, die sich um das Wohl

der Besucher und Gäste gesorgt haben.

"Die WaHoDi´s" = Walter, Horst und Dieter

 

1986 trat Dieter Sohn als 1. Vorsitzender zurück, blieb der Kolonie aber als 2. Vorsitzender erhalten.

Für seine herausragenden Dienste in der Koloniearbeit wurde Dieter Sohn von den Vereinsmitgliedern

zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Als Nachfolger wurde Gartenfreund Karl-Joachim Schneider gewählt,

der nicht unerfahren war in der Vereinsführung.

 

Im März 1987 gratulierte der Bezirksverband den Kleingärtnern von Friedland III zur

Dauerkleingartenanlage. Vorbei waren die Existenzsorgen aus den 70er Jahren. Diese freudige Nachricht

gab der Kolonie weiteren Auftrieb, so wurde unter Mithilfe der Kleingärtner im selben Jahr eine

Zentralheizung in das Vereinshaus eingebaut.

 

Hier endet der Abdruck!

 

 

Weitere Daten in der Übersicht:

( Zum größten Teil aus der Festschrift 2009 zum 90jährigen Bestehen der Kolonie, von Christian Holschemacher )

 

1988 - 1990

Die Kolonie beteiligt sich an den Erntefesten im „Britzer Garten“ und wird hierfür regelmäßig prämiert.

 

1990

Teilnahmen am Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“. Die Kolonie erhält aufgrund gepflegter Gärten und Außenanlagen den 1. Preis und wird im Rathaus Neukölln mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

 

Im April 1990 wird mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch den Bezirksverband der Erweiterungsbau

des Vereinhauses begonnen, die Fertigstellung erfolgt im Oktober.

 

1998

Der langjährige und verdiente 1. Vorsitzende Karl-Joachim Schneider gibt aus persönlichen Gründen den

Vorsitz an Christian Holschemacher ab.

 

2000

Zum Kolonievorsitzenden wird Wolfgag Foit gewählt, der das Amt bis 2006 inne hat.

 

2006

Karlheinz Senftleben übernimmt für 2 Jahre den Kolonievorsitz. In seine Amtszeit fallen sehr zeitintensive Vermessungsarbeiten und Planungen für die Kompletterneuerung der Kolonie-Frischwasserleitung. Nach

Beschlussfassung einer außerordentlich einberufenen Mitgliederversammlung im Frühjahr 2008 wird das Projekt

aus Kostengründen noch nicht realisiert, sondern vorerst zur Bildung weiteren Kapitals zurückgestellt. Gartenfreund

Eilert Müller, der als Kassierer in 20jahriger Tätigkeit großen Verdienst an der soliden Kassenlage der Kolonie

erworben hat, gehört diesem Vorstand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

 

2008

Neuwahl des Vorstandes, Christian Holschemacher / Matthias Kedziora werden mit dem Kolonievorsitz

betraut.

 

2010

Neuwahl des Vorstandes. 1.Vorsitzende wird Sabine Wenndorff, der 2.Vorsitzende Matthias Kedziora bleibt

erhalten.

 

2012

Neuwahl des Vorstandes. 1. Vorsitzende bleibt Sabine Wenndorff, 2. Vorsitzende wird Barbara Heinrich

 

2013

Neuwahl des Vorstandes. 1. Vorsitzender wird Detlef Posner, 2. Vorsitzender wird Matthias Kedziora

 

Ein weiterer Auszug aus der Festschrift 2009, von Christian Holschemacher,

der uns nachdenklich machen sollte! (Vielen Dank dafür!):

 

Im Wandel…

Die Zeiten sind modern geworden, die Kolonie ist durch Flächennutzungs- und Bebauungsplan auf

unabsehbare Zeit in ihrem Bestand geschützt, die meisten Parzellen beherbergen schöne, komfortable

Lauben. Auch benötigt niemand mehr die Ernte aus dem Garten zum Überleben, den Obst und Gemüse

gibt es in jedem Supermarkt.

 

Das Kleingartengesetz, welches uns einen niedrigen Pachtzins garantiert, verlangt quasi als

„Gegenleistung“ eine Nutzung der überlassenen Fläche im kleingärtnerischen Sinne. Wir sind, wenn

wir uns weiter unter dem Schutz des Kleingartengesetzes wissen wollen, gut beraten, dessen Regeln

einzuhalten. Auch wenn uns die Vorgaben in Bezug auf Laubengröße, Abwasserentsorgung,

Gestaltung der Innen- und Außenanlagen, Zaunhöhe, Auswahl der Nutzbepflanzung usw. recht restriktiv, mitunter sogar antiquiert erscheinen, bleibt für die persönliche Gestaltung und Entfaltung genug Raum.

 

Gelegentlich erinnern sollten wir uns an gemeinschaftliche Leistungen früherer Generationen, deren

Werte und Tugenden und den praktizierten Zusammenhalt. Aufbauleistungen früherer Generationen sind mittlerweile revisionsbedürftig, wie unsere Vereinsplatzpergola, renoviert im Jahr 2008, das Dach des Vereinshauses und insbesondere unsere Wasserleitungen zeigen. Die Erneuerung der Wasserleitung, ein

Projekt in der Größenordnung von ca.200.000,- €, wird unausweichlich anstehen und nur mit vereinten

Kräften bei Ausschöpfung aller über Jahrzehnte Angesparter Rücklagen zu meistern sein. Gelegentlich auftauchenden Forderungen, die im Wege der Umlage in das Kolonievermögen eingebrachten Gelder bei Kündigung wieder auszuzahlen, muss deshalb eine klare Absage erteilt werden.

 

Nachdenklich stimmt, dass ein Teil unserer Kolonisten scheinbar ein Problem damit hat, den geringen

Anfall an Arbeitsstunden und Reinigungsdiensten zu erfüllen. Von ehrenamtlichem Engagement im

Vorstand, im Vergnügungsausschuss, in der Frauengruppe ganz zu schweigen. Immer häufiger ist der Satz

„dies mache ich nur gegen Bezahlung“ zu hören.

 

Seit einigen Jahren vollzieht sich in der Kolonie Friedland III ein massiver Generationswechsel.

Langjährige Pächter, die das Wesen der Kolonie nachhaltig geprägt haben, geben ihren Garten auf. Die

Vorstände der letzten Jahre haben stets versucht, junge Familien mit Kindern für unsere Kolonie zu interessieren. Dies macht sich bemerkbar, denn Kinderlachen aus Nachbars Garten ist heute keine

Seltenheit mehr und erwünscht. Es ist die neue Generation, die vielleicht eines Tages die Geschichte

der Kolonie Friedland III in die Hände nehmen wird.

 

Luftbildaufnahme Kolonie Friedland III vor 1980

 

Luftbildaufnahme Kolonie Friedland III nach 1980

 

Google Earth 2006